Gemeinsam die Zukunft gestalten - Fortschritt ist Teamarbeit

Was haben Elektroingenieure, Mediziner und Informatiker, Psychologen, Physiker und Designer gemeinsam? – Sie alle helfen dabei mit, das Automobil der Zukunft zu entwickeln, das sicher, effizient, bequem und trotz aller hochtechnischen Elemente einfach in der Bedienung sein muss, wenn es die Menschen überzeugen will.

Elektrofahrzeuge: Lokal emissions-freies Fahren im urbanen Umfeld ist heute bereits Realität.

Das Auto von Morgen muss weit mehr können, als Leistung und Fahrfreude auf die Straße zu bringen. Intelligent, vernetzt und sauber, so stellen sich Experten den Verkehr der Zukunft vor (siehe Interview mit Prof. Dr. Wagner). In den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Daimler AG bringen daher die unterschiedlichsten Fachgebiete ihre Expertise zusammen, Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung gehören dabei ebenso berücksichtigt wie die neuesten Erkenntnisse über das Fahrverhalten des Menschen oder das zu erwartende Verkehrsaufkommen in den nächsten Jahrzehnten.

Schon ein Blick in die Geschichte des Automobils zeigt: Nicht das einsame Genie, das abgetrennt von der Gesellschaft vor sich hin tüftelt und aus dem Nichts heraus eine revolutionäre Technik entwickelt, bestimmt den Fortschritt, sondern das intelligente Zusammenkommen von neuen Ideen mit zum Teil schon bekannten Entwicklungen aus verschiedenen Anwendungsbereichen. Gekonnt kombiniert und weiterentwickelt können diese Technologien schließlich die Welt verändern.

Fahrzeuge mit Eigenantrieb auf die Straße zu bringen, das wollte schon Leonardo da Vinci im 16. Jahrhundert, doch über das Entwurfsstadium ist er nicht hinausgekommen. Spätere Versuche, Kutschen mit Segeln oder Uhrwerken, statt mit Pferden zu betreiben, erwiesen sich als nicht sonderlich zielführend. Die Dampfmaschinentechnik war hier vielversprechender, doch die diversen Modelle dampfbetriebener Straßenfahrzeuge, von denen es im 19. Jahrhundert einige gab, waren zu schwer, zu ungelenk und erlaubten keinen gleichmäßigen Betrieb.

Konstruktionszeichnung des von Daimler und Maybach entwickelten stehenden Einzylinder-Motors. Diese Bauart dient allen späteren Motorbauern als Vorbild.

In den 1870er Jahren machte Nikolaus August Otto mit seinem Viertakt-Verbrennungsmotor vor, wie sich bisherige dampfbetriebene Maschinen einfacher, effektiver und vor allem ungefährlicher in Gang setzen ließen. Das Konzept seines Motors ist die Arbeitsgrundlage für jene gewesen, die heute als eigentliche Erfinder des Automobils gelten dürfen: Carl Benz, der Motor und Fahrzeug als Einheit konstruierte, stellte 1886 in Mannheim seinen dreirädrigen „Patent-Motorwagen“ der Öffentlichkeit vor. Im gleichen Jahr folgten ihm Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach, die in ihrer Stuttgarter Werkstatt Ottos Viertaktmotor optimiert und verkleinert hatten sowie Benzin statt Gas als Kraftstoff einsetzten, mit ihrem „Kutschenwagen“
auf vier Rädern.

Freie Sicht nach vorn und nach hinten: Ausfahrt mit einem Benz Dos-à-Dos im Jahr 1900.

Daimler stirbt schon 1900, doch Benz durfte noch erleben, wie ihre Entwicklungen innerhalb weniger Jahrzehnte ein neues Zeitalter des Individualverkehrs prägten. Aber wie komplex und voller Möglichkeiten das technische System „Auto“ heute sein würde, konnten die Pioniere des Automobilbaus sicher nicht ahnen. Das Wissen aus zahlreichen Disziplinen kommt längst im Autobau zusammen: Batterien beispielsweise, in ihrer Urform schon am Anfang des 19. Jahrhunderts von Allessandro Volta entwickelt, sind heute Baustein einer emissionsfreien Alternative zum Verbrennungsmotor. Ebenso vielversprechend ist der Einsatz der Brennstoffzelle, auch ihre Anfänge reichen ins 19. Jahrhundert zurück. Materialwissenschaftler arbeiten zudem an leichteren Werkstoffen, die das Fahrzeuggewicht und so den Verbrauch weiter senken und stabiler bei Unfällen sind. Die Zukunft aber gehört nicht nur den Verbesserungen des Autos selbst, sondern zugleich der stärkeren Vernetzung des einzelnen Fahrzeugs mit seiner Umgebung. Satellitenunterstützung aus dem Weltall schließlich lässt Autofahrer nicht nur einfacher, sondern auch umweltfreundlicher als bisher ans Ziel kommen. So wird aus der gemeinsamen geistigen Anstrengung vieler Menschen das Automobil der Zukunft.

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