Augen und Ohren auf! Auf der Straße sind gesunde Sinne das A und O

Gut funktionierende Sinnesorgane sind für Kinder wichtig, um im Straßenverkehr nicht in Gefahr zu kommen. Eltern sollten hinschauen, ob sich Augen, Ohren und Motorik ihres Kindes richtig entwickeln. Die deutschen Verbände der Augenärzte sowie der Kinder- und Jugendärzte plädieren für die Einhaltung der frühzeitigen Vorsorgeuntersuchungen.

Die Nase im Buch vertieft, so sehen Eltern ihre Kinder gerne: Doch wenn der junge Leser fast schon mit den Augen an den Seiten klebt, kann das auch eine andere Ursache haben als bloße Begeisterung für den Lesestoff: eine Sehschwäche. Schielen, Kurz- und Weitsichtigkeit, auf beiden oder nur auf einem Auge – schlechte Sicht behindert Kinder im täglichen Leben und gefährdet sie besonders im Straßenverkehr.

Schlechtes Sehen bleibt oft unerkannt

Wenn der Nachwuchs ständig blinzelt oder über Augenbrennen klagt, immer knapp am Ball vorbeifängt oder auffallend nah an den Busfahrplan muss, könnte ein Kontrollbesuch beim Augenarzt sinnvoll sein. Je früher, um so besser, so das Credo von Medizinern, denn noch verschalten sich Augen und Gehirn, und Nervenbahnen bilden sich aus, erst mit sieben Jahren etwa ist der Sehsinn voll entwickelt. Zu spät erkannt sind Fehlentwicklungen oft folgenreich: „Etwa sechs Prozent aller Kinder werden nie ihre volle Sehkraft erreichen, weil behandelbare Sehstörungen übersehen werden“, warnt der Deutsche Bundesverband der Augenärzte und wirbt für eine routinemäßige Vorsorgeuntersuchung beim Facharzt noch im Kleinkindalter. Denn immer wieder könnten Kinder selbst mit ausgeprägter Störung unauffällig bleiben und scheinbar gut sehen, weil sie ihre Schwächen kompensieren konnten. Manche Schulkinder bekommen es gar hin, eine Weitsichtigkeit von bis zu 10 Dioptrien unbewusst auszugleichen, so der Verband.

Auch unscheinbare Symptome wie z.B. Kopfschmerzen könnten Anzeichen einer Sehstörung sein.

„Ständige Kopfschmerzen können die Folge sein, wenn das Gehirn bemüht ist, die wahrgenommenen Bilder 'scharf' zu stellen, zum Beispiel durch eine veränderte Kopfhaltung“, sagt Michael Mühlschlegel, Sprecher des baden-württembergischen Landesverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Er weiß, Eltern sollten ihre Kinder ernst nehmen, wenn diese beispielsweise über die Lehrerin klagen, die angeblich immer so klein und unleserlich auf der Schultafel schreibt.

Vorsorge ist wichtig

Mühlschlegel und seine Kollegen versuchen mit den in Deutschland angebotenen regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen Fehlentwicklungen beim Kind rechtzeitig aufzuspüren. Dazu gehört auch die Testung der Sehfähigkeit und des Gehörs. „Schwerhörigkeit oder gar Taubheit sollte schon sehr frühzeitig im Säuglings- oder Kleinkindalter festgestellt werden“, so Mühlschlegels Einschätzung. „Unerkannt bleiben aber manchmal sogenannte diskrete Hörstörungen, etwa wenn bestimmte Frequenzbereiche wegfallen“, sagt er. Zudem können eine Vielzahl von Erkrankungen, darunter auch häufige Mittelohrentzündungen, Infektionskrankheiten wie Masern, Mumps und Röteln oder auch Hirnhautentzündungen, die Leistung der Ohren oder der für das Hören zuständigen Hirnregionen nachhaltig verschlechtern. Und ständiges lautes Musikhören auf Kopfhörern und Ohrstöpseln belastet über die Jahre hinweg das Hörorgan derart, dass eine bleibende Schwerhörigkeit die Folge sein könnte.

Eine weitere Gefahr der Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr lauert schließlich in den nachlassenden motorischen Fähigkeiten von Kindern, auf die Experten immer wieder hinweisen. Haben doch Klettverschlüsse den Schnürsenkel verdrängt, Reißverschlüsse den Knopf, der Fernseher das Klettergerüst – für die Fein- und Grobmotorik und damit das sichere Fahren auf dem Rad sind das keine guten Entwicklungen.

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