Autsch! Aber ist das schon ein Notfall?

MobileKids widmet sich in einer neuen Serie dem Thema „Notfälle im Alltag“. Teil 1 beschäftigt sich mit der Frage, woran Kinder einen echten Notfall erkennen und wie sie richtig reagieren.

Ein kleiner Kratzer am Arm, leichtes Bauchweh oder ein verstauchter Finger – das alles kann unangenehm sein. Doch ist es direkt ein Notfall? Es gibt Kriterien, anhand derer man erkennen kann, ob es sich bei einem Vorfall auch um einen Notfall handelt. Gerade für Kinder ist es wichtig, diesen Unterschied zu kennen. Denn sollte man Zeuge eines Notfalls werden, ist schnelles Handeln notwendig, um bleibende Schäden zu verhindern. 

Was ist ein Notfall?

Ein Notfall bedeutet, dass ein Mensch sofort medizinische Hilfe braucht. Während kleine Verletzungen wie Schürfwunden oder blaue Flecken zwar weh tun, aber nicht gefährlich sind, gibt es klare Anzeichen, bei denen man sofort reagieren muss.

 

  • Schwere Atemnot: Wenn jemand plötzlich nicht mehr richtig Luft bekommt oder sogar nach Luft ringt, ist schnelles Handeln gefragt.
  • Bewusstlosigkeit: Reagiert eine Person nicht, auch wenn man sie anspricht oder berührt, handelt es sich um einen Notfall.
  • Schwere Verletzungen: Starke Schmerzen oder Blutungen, besonders am Kopf, dürfen nie unterschätzt werden und sind ein klares Zeichen für einen Notfall.
  • Plötzliche Brustschmerzen: Sie können ein Hinweis auf einen Herzinfarkt sein – auch hier zählt jede Minute.
  • Person wird blass: Wenn die Farbe aus dem Gesicht einer Person weicht, ist es ein Notfall.
  • Plötzliche Sprachstörungen oder Lähmungen: Wenn jemand nicht mehr sprechen oder Arme und Beine plötzlich nicht mehr bewegen kann, deutet das auf einen Schlaganfall hin.

 

Wie verhalte ich mich richtig?

In all diesen Fällen gilt: Sofort den Notruf 112 wählen. Falls nicht direkt klar wird, ob es sich um einen Notfall handelt, sollte man sich folgende Regel ins Gedächtnis rufen: Lieber einmal zu oft Hilfe rufen als einmal zu wenig. Falls kein Handy in greifbarer Nähe ist, können Menschen in der Nähe den Notruf übernehmen. Ohnehin ist es eine gute Idee, andere Personen in der Umgebung zu informieren, wenn man Zeuge eines Notfalls wird.

Wie bleibe ich bei einem Notfall ruhig?

Ein Notfall ist aufregend und kann Angst machen – insbesondere jungen Menschen. Doch mit ein paar einfachen Regeln behalten auch Kinder leichter die Ruhe: Wichtig ist, zuerst tief durchzuatmen. Dann sollte der Notruf 112 gewählt und die Fragen am Telefon so ruhig wie möglich beantwortet werden. Es hilft, sich bewusst zu machen, dass Hilfe unterwegs ist. Außerdem gilt immer: sich selbst nicht in Gefahr bringen – zum Beispiel niemals auf eine befahrene Straße rennen.

Notruf 112: So geht’s richtig

Die Notrufnummer 112 gilt europaweit und ist immer kostenlos – auch ohne Guthaben, ohne Handynetz und sogar ohne SIM-Karte. Ein Notruf läuft immer nach demselben Schema ab: Wenn man dort anruft, stellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielte Fragen. Es ist wichtig, ruhig zu bleiben und alle Fragen so gut wie möglich zu beantworten:

  • Wer ruft an?
  • Wo ist etwas passiert?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Verletzte gibt es?
  • Warten auf Rückfragen!

Handyzettel zum Download: Wie melde ich einen Notfall?

Wie kann ich mich darauf vorbereiten?

Notfälle sind zum Glück selten. Umso wichtiger ist es, vorbereitet zu sein. Eltern und Lehrkräfte können mit Kindern spielerisch üben, wie man einen Notruf absetzt. Rollenspiele oder kleine Szenarien helfen dabei, die Abläufe zu verinnerlichen. Je öfter man das trainiert, desto sicherer fühlen sich Kinder, wenn es wirklich ernst wird.