Turnen nicht im Bus, sondern in der Sportstunde

Obwohl der Bus eines der sichersten Transportmittel ist, um in die Schule zu kommen, sollten Schülerinnen und Schüler einige Regeln beachten.

Der Bus steht für Sicherheit. Denn mit ihm gibt es wenig Unfälle. Die Fahrgäste sitzen erhöht und die Geschwindigkeiten sind niedrig. Um die Sicherheit von Kindern auf dem Schulweg weiter zu erhöhen, ist richtiges Verhalten im Bus und an den Haltestellen wichtig. Busfahrer-Ausbilder Markus Ludwig Modlmeir von der Stuttgarter Straßenbahnen AG erklärt, wie’s geht.

 

Welche Tipps geben Sie Ihren Busfahrerinnen und Busfahrern wenn sie Kinder transportieren?

Neben der gesetzlich vorgeschriebenen Aus- und Weiterbildung bekommen unsere Busfahrer bei uns nochmal eine betriebsinterne Einweisung. Wir sensibilisieren auf Schulkinder, die nach Schulschluss oft einen hohen Bewegungsdrang haben und besonders unruhig sind. Sowohl an den Haltestellen als auch im Bus. Auch der hohe Lärmpegel ist gewöhnungsbedürftig. Untersuchungen zeigen, dass die Lautstärke im Schulbus derjenigen beim Start eines Düsenflugzeugs entspricht. Wir schulen die Fahrer, besonders rücksichtsvoll und umsichtig zu fahren, sodass sie auch bei einer tobenden Rasselbande noch rechtzeitig reagieren können.

 

Was sind typische Herausforderungen für Schulbusfahrer?

Das Verhalten von Kindern ist nicht leicht vorherzusehen, da muss man als Fahrer konzentriert bleiben und gute Nerven mitbringen. Beim Warten an der Haltestelle merken die Kinder oft erst spät, dass der Bus schon heranfährt. Der Heckmotor ist lange nicht zu hören und die Schüler sind meist abgelenkt. Wenn der Busfahrer bemerkt, dass er nicht wahrgenommen wird, sollte er das Tempo weiter drosseln und sogar mit geschlossenen Türen stehen bleiben, bis alle Kinder zurückgetreten sind.

Zur Person

Markus Ludwig Modlmeir ist seit bald 40 Jahren Busfahrer und arbeitet seit 36 Jahren als Fahrlehrer. Seit 1991 ist er bei der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) als Fahrlehrer tätig, seit 2004 ist er Leiter der Busfahrer Aus- und Weiterbildung.

Was sollten Kinder auf der Schulbusfahrt grundsätzlich beachten?

Der Bus ist ein sehr sicheres Fahrzeug, so lange man sich an die Regeln hält. Zum Beispiel ist Abstand halten, wenn der Bus heranfährt, sehr wichtig. Aber es gibt noch viele weitere Regeln, wie festhalten während der Fahrt, nicht toben und turnen oder die Hände nicht in die schließenden Türen strecken. Alles in allem sollten Schüler dem großen Fahrzeug mit Respekt begegnen, dann geht alles gut.

 

Welche Informationen müssen Eltern und Lehrer haben, die Kinder begleiten oder beaufsichtigen?

Kinder sollten vom heranfahrenden Bus mindestens 50 Zentimeter Abstand halten, nicht mit den Türen mitlaufen und nach dem Halten zügig einsteigen. Sollten die Kinder den heranfahrenden Schulbus nicht bemerken, wartet der Fahrer, bis alle bereit sind. Hier können Aufsichtspersonen helfen, indem sie die Kinder zurücktreten lassen. Der Busfahrer sollte immer dann zusätzlich den Warnblinker betätigen, wenn andere Verkehrsteilnehmer gewarnt werden müssen. Zum Beispiel beim Aussteigen.

Richtiges Verhalten auf der Schulbusfahrt

1. Beim Heranfahren an die Haltestelle

Der Bus hat vorne einen „Überhang“, das ist der Teil des Busses vor der Vorderachse. Dieser überlappt den Bussteig um bis zu 50 Zentimeter, wenn der Schulbus an die Haltestelle heranfährt. Deshalb: Immer zwei große Schritte vom Bordsteinrand Abstand halten und warten, bis der Bus steht, bevor man an die Türe herantritt.

2. Wenn die Türen schließen

Ein Sicherheitsmechanismus hilft dabei, dass kein Fahrgast zwischen die schließenden Türen gerät. Dann öffnen sie nämlich automatisch wieder. Diese Technik ist sehr zuverlässig, aber auch sie kann einmal ausfallen. Deshalb: Bitte nicht die Hände oder Füße in die schließenden Türen halten.

3. Während der Fahrt

Wer keinen Sitzplatz ergattert hat, sollte sich gut festhalten, auch wenn das Klettern und Toben in den Gängen noch so sehr Spaß macht. Denn wer hier fällt, fällt auf harten Untergrund. Viele Metallteile und Stangen bergen Verletzungsgefahr. Außerdem: Bitte im vorderen Einstiegsbereich neben dem Fahrer nicht stehenbleiben. Hier vorne gibt es wenig Festhaltemöglichkeit und beim Abbiegen verdeckt man dem Fahrer die Sicht.

4. Beim Aussteigen

Manchmal verlaufen Radwege parallel zur Haltestelle. Also wie immer links und rechts schauen, ob Radfahrer, Tretroller oder auch Passanten kreuzen. Kinder sollten ihr Handy in der Tasche lassen, bis sie zu Hause sind. Denn auch beim anschließenden Überqueren der Straße auf dem Weg nach Hause gilt: aufmerksam bleiben.