Sicher durch die dunkle und kalte Jahreszeit

Der Winter naht, die Tage werden kürzer. Dunkelheit, Nebel, Regen und Schnee sorgen für schwierige Sichtverhältnisse und erfordern hohe Aufmerksamkeit bei allen Verkehrsteilnehmern. Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet, da sie oft erst sehr spät von den Fahrern wahrgenommen werden. Wir zeigen, was man tun kann, um sicher durch die dunkle Jahreszeit zu kommen.

Im Herbst und Winter, wenn die Sicht schlechter wird, ist Vorsicht geboten. Die Straßen sind glatt von Regen und Schnee. Rutschgefahr besteht. Vor allem für Kinder ist diese Jahreszeit risikoreich, gehören sie doch zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern. Grund sind unter anderem ihre mangelnde Erfahrung und ein geringeres Reaktionsvermögen. Bei Dunkelheit fällt es Kindern zudem deutlich schwerer Geschwindigkeiten einzuschätzen. Die Wahrnehmungsfähigkeiten von Heranwachsenden hängen stark vom Alter ab. Das Sichtfeld von Kindern ist vor allem im Vorschulalter noch tunnelförmig eingeschränkt.

Von strahlenden Anoraks, Jacken und Ranzen

Vor allem am frühen Morgen kann es gefährlich werden, wenn die Kinder zur Schule gehen oder an Haltestellen auf den Bus warten. Dunkelheit beeinträchtigt dann die Sicht der Autofahrer zusätzlich. Kinder werden da schnell übersehen. Helle Kleidung kann dem vorbeugen. Reflektierende Elemente erhöhen die Sichtbarkeit zusätzlich. Im Handel gibt es verschiedene Modelle, die sich problemlos an Kleidung oder Taschen befestigen lassen. Festes Schuhwerk mit Profil und rutschfester Sohle sind für Fußgänger in der kalten Jahreszeit ein absolutes Muss. Diese geben nicht nur beim Gehen Halt, sondern auch beim Ein und Aussteigen  in Bus und Bahn sowie  auf Treppen.

Radfahrer sollten zudem Beleuchtung und Reflektoren an ihrem Rad regelmäßig überprüfen. Es empfiehlt sich auch Schalt- und Bremszüge vorsorglich zu schmieren, um deren Funktion auch bei Nässe und Kälte zu gewährleisten. In einigen Bundesländern bieten die örtlichen Polizeistationen Fahrradchecks an Schulen an, um die Fahrtüchtigkeit und Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten.

Bewusstsein bei den Kindern schaffen

Die richtige Kleidung ist das eine. Vielen Kindern ist jedoch die Relevanz für das Tragen heller, leuchtender Anoraks, Jacken und Co gar nicht bewusst. Dunkle Sachen gelten schließlich oftmals als viel „cooler“. Hier sind zum einen alle Eltern gefordert, bei ihren Kindern ein Bewusstsein für die unterschiedliche Wirkung heller und dunkler Kleidung im Straßenverkehr zu schaffen. Zum anderen bietet MobileKids Lehrkräften dazu im Modul 1 - 'Sehen und gesehen werden' des Schulmaterials verschiedene Ideen, wie das Thema beispielsweise im Unterricht aufgegriffen werden kann. Natürlich können die Ideen zum Teil auch daheim in der Familie umgesetzt werden. Wie zum Beispiel die selbst gebastelte Dunkelkammer, anhand derer Kinder die Sichtbarkeit unterschiedlich heller Bekleidungsstücke in dunkler Umgebung direkt erleben können.

Es empfiehlt sich auch, regelmäßig den Schulweg mit den Kindern abzugehen und dabei auf mögliche Sichtschwierigkeiten hinzuweisen. Mit der Safety Map von MobileKids können bereits im Vorfeld kritische Stellen im Straßenverkehr ausgemacht und gemeinsam mit dem Kind eine Alternativroute geplant werden. Generell gilt: Nicht immer ist der kürzeste Weg auch gleich der sicherste. Vielmehr sollten auf dem Weg möglichst wenige Straßen überquert werden. Und wenn es sich nicht vermeiden lässt, dann sollten Ampeln oder Zebrastreifen vorhanden sein, damit die Kinder die Straße sicher überqueren können.

Sicheres Auto statt gefährlichem Fußweg?

In der kalten Jahreszeit neigen Eltern oft dazu Kinder mit dem Auto selbst zur Schule zu fahren. Dabei sind laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes besonders morgens zu Schulbeginn viele Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren in Unfälle verwickelt – und zwar als Mitfahrer im Pkw. Besonders gefährlich kann es werden, wenn Eltern aus Bequemlichkeit auf die vorgeschriebene Sicherung für den kurzen Schulweg verzichten. Dabei ist seit dem 1. April 1993 der Kindersitz in Deutschland sogar gesetzlich vorgeschrieben. Auch im Auto müssen eben alle Beteiligten ein Bewusstsein für mögliche Gefahren im Straßenverkehr mitbringen.