Verkehrserziehung in der Schule

Verkehrssicherheit in den schulischen Alltag zu integrieren ist gar nicht so schwer. Die Teilnehmer der MobileKids Schulaktion machen dies Jahr für Jahr vor. Auch in diesem Jahr wurden wieder zahlreiche kreative und individuelle Projekte im Unterricht oder in Rahmen von Projektwochen umgesetzt. MobileKids zeigt, wie das im Detail aussehen kann. Nachmachen ist erwünscht!

Im Sommer sind Inlineskates ein sehr beliebtes Fortbewegungsmittel, auf das Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit nur allzu gerne zurückgreifen. Aber, so fürchten viele Eltern, Stürze können auch kleine wie große Verletzungen mit sich bringen. Nur wer sich sicher auf Inlineskates bewegt, sollte sich mit ihnen in den Straßenverkehr wagen.

Eine der Preisträgerschulen der MobileKids Schultage, die Bodelschwinghschule in Rheine, hat ihren Grundschülern daher im Rahmen des Unterrichts beigebracht, wie sie sicher in ihrer Freizeit inlineskaten. Aufgeteilt wurde das Projekt in sechs Einheiten à zwei Unterrichtsstunden. Die Aufmerksamkeit der Schüler war in dem Fall gewiss.

Kleider machen Skater

Sicherheit geht vor! Deshalb lautete die erste Einheit „Schutzausrüstung und Bremstechnik ohne Stopper“. Los ging es mit dem Anlegen der kompletten Schutzkleidung, bestehend aus Helm, Handgelenk-, Ellenbogen-, und Knieschützern. In Form eines Rollenspiels erlernten die Kinder dann spielerisch die Techniken des Hinkniens und Aufstehens. „Besuch im Zoo“ nannte sich das Spiel.

Zur Hintergrundgeschichte: Die Kinder bewegen sich im Entengang im Zoo von einem Tiergehege zum nächsten. Unerwartet springen Äffchen in den Weg. Ausweichen ist nicht mehr möglich. Das heißt die Kinder müssen schnell auf die Knie fallen, dank der Schutzkleidung kein Problem.

Richtig fallen, besser landen

Ebenfalls zu den Grundlagen zählen „Kurventechnik und Falltechnik“. Entsprechend lautete der Titel der zweiten Einheit. Auch diese Sequenz startete erst sobald alle Kinder ihre Schutzkleidung komplett angelegt hatten. Es folgte das Spiel „Der Postbote auf Rädern“. Im Zentrum stand die Vertiefung der vorher gelernten Falltechnik. Neben den Knieschonern kamen nun auch Handgelenk- und Ellenbogenschoner bei der Falltechnik zum Einsatz. Wichtig für die „Postboten“ war dabei die ausgestreckte Hand, damit die Post darin nicht beschädigt wird. Darüber hinaus lernten die Grundschüler Hindernissen durch Verlagerung des Gewichtes auszuweichen.

Analog zu den ersten beiden Einheiten lernten und übten die Kinder in den folgenden Unterrichtsstunden verschiedene Techniken. Dabei stand immer eine rahmende Geschichte im Mittelpunkt der jeweiligen Doppelstunde. Insgesamt sechs Einheiten machten die Kinder fit fürs Inlineskaten im Straßenverkehr. Die gemeinsame Rundfahrt durfte da am Ende natürlich nicht fehlen.

Inlineskates-Training an der Schule:

  • Einheit 1: Schutzausrüstung und Bremstechnik ohne Stopper
  • Einheit 2: Kurventechnik und Falltechnik
  • Einheit 3: Bremstechnik mit Stopper
  • Einheit 4: Eine weitere Kurventechnik
  • Einheit 5: Anwendung aller Techniken mit erhöhtem Tempo
  • Einheit 6: Rundfahrt in der Schulumgebung inkl. Gefahrenanalyse

Sicher unterwegs

Nach absolviertem Training wussten die Grundschüler wie sie bremsen, ausweichen und sich im Notfall fallen lassen konnten. Sie lernten, wie sie auf unvorhersehbare Hindernisse schnell und sicher reagieren. Und vor allem waren sich die Kinder nun bewusst, wie wichtig Schutzkleidung ist. Denn ohne diese hätte die eine oder andere Übung sicher wehgetan.

Interessant an dem Projekt war auch die Tatsache, dass die Aktionen jeweils morgens auf dem Schulhof – und somit sichtbar für alle anderen Schüler der Grundschule – standfanden. Auf die Art und Weise sollten auch andere Kinder motiviert werden, Schutzkleidung beim Inlineskaten zu tragen und den Umgang mit den Skates zu lernen, bevor sie sich in den Straßenverkehr wagen. Das kommt den Kindern vor allem in ihrer Freizeit zu Gute, schließlich sind die Inlineskates dort ein äußerst praktisches wie beliebtes Fortbewegungsmittel. Der Schulweg zählt übrigens nicht zur Freizeit, an Nicht-Projekttagen sollten die Inlineskates daher lieber zu Hause bleiben.

Verkehrsregeln für Skater

Zusätzlich zu dem eben aufgezeigten Ablauf bietet sich ein Exkurs zu den Verhaltensregeln von Inlineskatern im Straßenverkehr an. Denn die Skates beherrschen ist das eine, angemessenes und rücksichtsvolles Fahren das andere. Rechtlich gesehen sind Inlineskater „besondere Fortbewegungsmittel“ und den Fußgängern gleichgestellt. Für sie gelten also auch die gleichen Regeln im Straßenverkehr:

  • Sie müssen entsprechend auf dem Gehweg fahren.
  • Radwege oder gar die Straße sind tabu. (Nur wenn kein Gehweg vorhanden ist, wie auf Landstraßen, dürfen Skater auf die Straße ausweichen.)
  • Werden Straßen überquert, muss dies auf dem kürzesten Weg quer zur Fahrtrichtung und wenn möglich an Ampeln und Fußgängerüberwegen geschehen.
  • Aus Rücksichtnahme auf Fußgänger wird geraten in Schrittgeschwindigkeit zu fahren.