Verkehrserziehung kennt keine Grenzen

Was einst in Deutschland begann, ist längst ein weltweiter Erfolg: MobileKids hat inzwischen mehr als zwei Millionen Kinder in 15 Ländern erreicht.

Wir sind zu Besuch in Brasilien, genauer in der Großstadt São Paulo. Mit knapp 12,5 Millionen Einwohnern handelt es sich hierbei um die viertgrößte Metropole der Welt. Nur in Schanghai, Delhi und Tokio leben noch mehr Menschen. Einige Kilometer südlich des Stadtzentrums, ganz in der Nähe des Guarapiranga-Stausees, liegt das Colégio Humboldt, eine staatlich anerkannte, deutsch-brasilianische Begegnungsschule. Hier werden Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis 18 Jahren sowohl auf Deutsch als auch Portugiesisch unterrichtet. Das Besondere an der Schule, die Kooperationspartner der Verkehrssicherheitsinitiative MobileKids von Mercedes-Benz ist, ist jedoch etwas anderes: Neben klassischen Schulfächern wie etwa Mathematik, Deutsch und Biologie nehmen alle Schülerinnen und Schüler an einem Verkehrserziehungsprogramm namens „Auto Humboldt“ teil.

Schulparkplatz zu Verkehrsübungsplatz umgebaut

Das Programm, das auf den Unterrichts- und Lehrmaterialien von MobileKids basiert, soll den Kindern grundlegendes Wissen zum Thema Verkehrssicherheit vermitteln. Hierdurch sollen die Voraussetzungen für eine sichere, verantwortungsvolle Mobilität geschaffen werden, wenn die Jungs und Mädels zu Fuß, auf dem Fahrrad, als Mitfahrer und – in einigen Jahren – als Autofahrer am Verkehrsgeschehen teilnehmen. Im Laufe mehrerer Projektwochen wurden die Lernmodule schrittweise in den Lehrplan aufgenommen, wo sie mittlerweile ganzjährig verankert sind und sogar 64 öffentlichen Schulen aus der Region als Vorlage dienen. Unterstützt durch Mercedes-Benz verwandelte sich zudem einer der Schulparkplätze in einen aufwändig gestalteten und dauerhaft installierten Verkehrsübungsplatz, wo die Kinder ihr theoretisches Wissen seither unter freiem Himmel in die Tat umsetzen können.

Verkehrserziehung in Brasilien

In der Schule lernen die Kinder alles, was sie über Verkehrszeichen und -regeln wissen müssen.
Auf dem Schulhof üben die Schülerinnen und Schüler, wie sie sich in der Praxis als Verkehrsteilnehmer verhalten müssen.
Wenn die Kinder dann so weit sind, geht es in den echten Straßenverkehr von São Paulo.
Inzwischen hat das Colégio Humboldt auch dafür gesorgt, dass öffentliche Schulen aus der Region mit Lehrmaterial ausgestattet wurde.

Aber nicht nur in Brasilien, sondern rund um den Globus werden Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren zu eigenständigen Verkehrsteilnehmern. Von da an wird der Weg zur Schule, zu Freunden oder ins Sporttraining selbstständig und somit ohne Begleitung der Eltern absolviert. Deshalb ist es wichtig, dass die Kinder für den Straßenverkehr fit gemacht werden und ihnen altersgerecht aufgezeigt wird, wie sie sich verhalten müssen, um sicher an ihr Ziel zu gelangen. Aus diesem Grund wurde vor 20 Jahren die Verkehrssicherheitsinitiative MobileKids ins Leben gerufen. Durch seine internationale Präsenz bietet sich Mercedes-Benz die Möglichkeit, die MobileKids-Aktivitäten an länderspezifische Bedürfnisse anzupassen und gemeinsam mit Partnern vor Ort umzusetzen. Mit seinen Unterrichtsmaterialien in den entsprechenden Landessprachen und individuellen Aktivitäten hat das Unternehmen inzwischen mehr als zwei Millionen Kinder in 15 verschiedenen Ländern erreicht.

Mit VR-Brillen im Straßenverkehr unterwegs

Auch in China ist die Verkehrserziehung durch MobileKids längst eine Erfolgsgeschichte – vor allem das digitale Lernangebot findet großen Anklang. So können Grundschüler etwa mit VR-Brillen vom Klassenzimmer aus am Straßenverkehr teilnehmen oder Livestreaming-Verkehrssicherheitskurse besuchen. Erst Anfang 2021 brachte es einer der Streams auf 29,4 Millionen Aufrufe. Und das Angebot reicht noch weiter: Ein von MobileKids aufgesetzter Kurs wurde seit 2017 an 210 städtischen Grundschulen durchgeführt, sodass bis heute etwa 260.000 Schülerinnen und Schüler daran teilnehmen konnten.

Verkehrserziehung in China

Spielerisch lernen: Verkehrserziehung beginnt auch in China bei den Kleinsten.
Alle machen mit - und wer dabei Spaß hat, lernt leichter.
Erwachsene dienen als Vorbild: Bereit für die Verkehrserziehung?
Schön bunt: So sieht das kindgerechte Lernmaterial von MobileKids in China aus.

In Indien, genauer in den Städten Bangalore und Pune, ist MobileKids seit 2018 aktiv. Bereits im ersten Jahr erreichte die Verkehrssicherheitsinitiative mit den in die Landessprache übersetzten Lernmodulen 15.000 Kinder an 100 Schulen. Ergänzt wird das Projekt regelmäßig durch sogenannte „Special Days“ in Zusammenarbeit mit verschiedenen Regierungsbehörden. Auf dem Programm stehen dann unter anderem Besuche von Verkehrszentralen, Verkehrsübungsplätzen und Feuerwachen. Darüber hinaus wird aktuell an einem Online-Modul zur Verkehrserziehung gearbeitet, damit die Kinder ortsunabhängig zu echten Verkehrsprofis werden können.

Schulweg ohne Schlaglöcher

20 indische Schulen wurden zudem als Moki-Pilotschulen für die Umsetzung des Projektes „Verkehrssicherheit rund um die Schule“ ausgewählt. Gemeinsam mit Kindern der Schulen überprüfen Angestellte von Mercedes-Benz hierfür das Verkehrsgeschehen auf Sicherheit, um infrastrukturelle Defizite im Umfeld der Schulen zu ermitteln. Beispiele hierfür wären fehlende Verkehrszeichen, Zebrastreifen oder Fahrbahnreflektoren sowie Schlaglöcher, die den täglichen Schulweg erschweren.

Verkehrserziehung auf der ganzen Welt

Im südkoreanischen Seoul wurde dank MobileKids ein Verkehrserziehungspark modernisiert - jetzt können die Kinder mit Elektroautos den Straßenverkehr nachstellen.
Moki zu Besuch bei Schülerinnen und Schülern in der indischen Großstadt Bangalore.
In Russland lernen bereits die Kleinsten die Bedeutung der verschiedenen Verkehrszeichen kennen.
Brum, brum: Ein Junge in Ungarn bewältigt den Bobby-Car-Parcours.

Neben Brasilien, China und Indien wird das MobileKids-Schulmaterial auch in Rumänien und der Schweiz – hier sogar übersetzt in drei Sprachen – von Lehrkräften für ihren Unterricht genutzt. In Polen, Russland und Ungarn konnten Kinder in der Vergangenheit zudem in Fahrsicherheitsparks mit kleinen Autos fahren und die neu erlernten Verkehrsregeln üben. Und im südkoreanischen Seoul wurde dank MobileKids vor einigen Jahren der älteste und größte Kinder-Verkehrserziehungspark nach umfangreicher Modernisierung und Neugestaltung wiedereröffnet.

Noch ganz frisch ist das Engagement von Mercedes-Benz für Verkehrssicherheit von Kindern in den USA. Gemeinsam mit der Nonprofit-Organisation Safe Kids Worldwide wurde im Oktober 2021 ein Projekttag für Kindergartenkinder der Doral Academy of Nevada veranstaltet. Dieser diente dazu, den Kindern zunächst theoretisches Wissen rund um das Thema Verkehrssicherheit zu vermitteln, ehe der Nachwuchs das Gelernte anschließend in die Tat umsetzen durfte. In sicherer Umgebung wurden etwa das Überqueren der Straße oder das Suchen des Augenkontaktes mit Autofahrern geübt. Abschließend erhielt jedes Kind ein Lernbuch, ein Stofftier sowie einen passenden Fahrradhelm. Denn: Sicherheit hat höchste Priorität.

MobileKids außerhalb Deutschlands

Sie möchten noch mehr über aktuelle sowie vergangene internationale Engagements von MobileKids lesen? Über die Links in der Seitenleiste gelangen Sie zu den Geschichten aus den einzelnen Ländern. Dort haben wir für Sie weitere Informationen zusammengetragen.